Es war einmal ...

  • Aus den Briefen des Baldebrecht aus Cölln an seinen Bruder Manegolt.

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    Anno Domini 1288, den 1. Juni
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    Seit fünf Jahren rauben und plündern sich die Heere dieser Hochwohlgeborenen durchs Land. Dem HErrn sei es gedankt, dass unsere Heimatstadt gute Mauern besitzt und von direktem Schaden verschont ward. Vor fünf Tagen schloss sich der Rat nun Ihrer Hoheit, dem Herzog von Brabant an. Schon unsere Altvorderen setzten sich für mehr Freiheiten für uns Cöllner ein. Nun haben wir uns offen gegen die Hochwürdigste Exzellenz, den Erzbischof gewandt. Der HErr möge uns beistehen .


    Derzeit belagern wir Worringen.
    Ich sehe so viele Söldner hier, dass ich übermütig sein müsste, aber wenn ich an die bevorstehende Schlacht denke, verspüre ich nur Sorge. Der Übermut ist wohl eine Eigenschaft der jungen Leute.
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    Fortsetzung folgt!

  • Aus den Briefen des Baldebrecht aus Cölln an seinen Bruder Manegolt.

    Fortsetzung folgt!

  • Aus dem Tagebuch des Rainald von Geldern:

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    Anno Domini 1292, den 16. Dezember.
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    Mittlerweile sind meine Wunden komplett geheilt. Zumindest alle körperlichen Wunden.
    Man sollte denken, dass Ihre Hochwürdigste Exzellenz, der Erzbischof, genug göttlichen Beistand habe. Dass sich Adolf gegen einen königlichen Beschluss zur Hoheit über Limburg auflehnt, ist schon ein Unding. Und dass er nun auch ihn mit Gewalt holen wollte (... nun ja, genutzt hat es ihm ja nicht viel).


    Wie bereits geschrieben, ward ich durch Johann gezwungen, Limburg aufzugeben, um mich aus den Ketten zu befreien. Schlimmer als der Verlust Limburgs wiegt die erzwungene Verpfändung meiner Heimat an Guido. Glücklicherweise wird diese Schmach bald vorüber sein. Und mein Land wird wieder unumschränkt mir gehören.
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    Fortsetzung folgt!
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    Historische Anmerkungen:
    Adolf: Graf Adolf V von Berg.
    Johann: Herzog Johann I. von Brabant
    Guido: Graf Guido von Flandern
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  • Aus dem Tagebuch des Rainald von Geldern:

    Fortsetzung folgt!

  • Aus dem Briefen des Baldebrecht aus Cölln an seinen Bruder Manegolt.

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    Anno Domini 1298, den 12. Juli.
    ... aber genug vom Geschäft. Ihr erinnert Euch sicher an meine Berichte zu der Schlacht bei Worringen, wie damals Rainald von Geldern gefangen wurde, als er wie ein feiger Hund fliehen wollte.
    Er wurde mittlerweile aus seinem ureigenen Land vertrieben.
    Das hätte mir ja nur ein Schulterzucken und möglicherweise ein Schmunzeln entlockt. Allerdings besaß er wohl genug Kontakte oder Geld, um den Rat davon zu überzeugen, ihm Asyl zu gewähren. Die Entscheidung war knapp. Was aber die Mehrheit zu diesem Entschluss bewegen konnte, jemandem Unterschlupf zu gewähren, der vor weniger als zehn Jahren noch ein Gegner in der Schlacht war, die uns von der Herrschaft des Erzbischofes befreite, verstehe ich bis heute nicht.


    Dieser *unleserlich* Mensch stolziert nun also in unserer Heimatstadt herum. Und nicht nur das. Er gibt Unmengen von Geld aus, um Waffen anzusammeln. Mit Waffengewalt will er in seine Ländereien zurückzukehren. Ich hielte ihm nur zu gerne das Stadttor auf, damit wir ihn loswürden. Seit mehreren Monaten sammelt er Söldner an, oder sollte ich sie eher Gesindel nennen. Und diese Leute haben nichts besseres zu tun, als unsere ehrlichen Bürger zu beschimpfen und zu bestehlen. Vor zehn Jahren starben viele hunderte Kölner Bürger. Und nun müssen wir uns von den Hörigen dieser Person so behandeln lassen. Allerdings arbeite ich seit einiger Zeit daran, den Rat umzustimmen, und morgen ist Ratssitzung.
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    Fortsetzung folgt!

  • Aus dem Tagebuch des Rainald von Geldern:

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    Anno Domini 1299, den 15. September.
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    Seid gut einem Jahr lebe ich nun in Lübeck. Ich erkannte, dass ich ein Gespür für gute Geschäfte habe und in der letzten Zeit die wenigen Mittel, die mir nach meiner aufgezwungenen Abreise verblieben waren, verdreifachen konnte. Meine gesamten Investitionen, um mein Land wieder unter meine Kontrolle zu bekommen, sind damals ja in Rauch aufgegangenen.
    Hier in dieser Stadt kommt der Respekt nur, wenn man Geld hat. Meine angeborene Würde wird komplett ignoriert, ist sogar Grund zum Spott! Einige Fernkaufleute boten mir einen kostenlosen Umzug nach Hamburg an. Zu Hause hätte ich die dafür in Ketten gelegt. Die dortigen Bürger haben nicht nur keinen Fürsten, sondern sogar ein Gesetz geschaffen, dass Adlige wie unsereinen zwingt, ihren Titel abzugeben, um Bürger zu werden. Unsere gottgegeben Titel abgeben ... es ist ein Wunder, dass die Stadt noch nicht durch eine Sturmflut versenkt wurde! Wenn sich die Menschen weiter so gegen die göttliche Ordnung auflehnen, wird das Jüngste Gericht nicht mehr lang auf sich warten lassen.


    Mittlerweile kann ich mir sogar wieder einen kleinen Trupp Getreuer leisten, die mir durch ihre Überredungskunst weitere Einnahmen zufließen lassen werden. Zusätzlich habe ich mein Auge auf einen gewieften Verwalter geworfen, der es mir ermöglichen könnte, die Handelspreise hier in der Stadt in gewissen Grenzen zu manipulieren. Aber dazu muss ich erst eigene Handwerksbetriebe aufbauen; das wird wohl das nächste Jahr in Anspruch nehmen.
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    Fortsetzung folgt!

  • Aus dem Tagebuch des Rainald von Geldern: